Die Grundidee

Ein Haus der Religionen in Dortmund meint idealtypisch wirklich ein Haus. Es ist gedacht als ein physischer Ort, der dem Interreligiösen Dialog auf verschiedene Weise gewidmet ist und diesen sichtbar und erkennbar macht. Es ist ein Haus und ein Symbol zugleich.

Das Haus der Religionen soll in Dortmund ein Leuchtturmprojekt für das tolerante Miteinander von Christ*innen, Jüd*innen und Muslim*innen werden. Es wäre ein sichtbares Zeichen, dass die Gläubigen den offenen Dialog pflegen, Rechenschaft über ihren jeweiligen Glauben ablegen und sich  in einer zunehmend pluralen und auch säkularen Stadt zugleich für Toleranz und Frieden einsetzen.

Mit einem Haus der Religionen würde der Dialog in Dortmund, der eine lange Tradition hat, auf eine neue Stufe gehoben. Angesichts der wachsenden Bedeutung des Interreligiösen Dialogs (vgl. die Leitsätze des Kirchenkreises von 2018) wäre das dringend geboten.

Mit dem Haus der Religionen entsteht ein Ort, an dem grundsätzlich über den Dialog der Religionen informiert wird, unterschiedliche Dialogaktivitäten auf Dauer Heimat finden und der durch seine Strukturen und Ressourcen zugleich den Dialog in Dortmund stabilisieren kann.

Das Dortmunder Haus der Religionen soll sich dabei nicht am Modell eines „House of One“ in Berlin orientieren, sondern eher an dem Konzept eines „Hauses der Religionen“, das auf Bildung und Begegnung zielt wie in Hannover.

Die Ziele

Ein Haus der Religionen in Dortmund kann ….

  • die Sichtbarkeit des Dialogs verstärken, denn es ist ein fester Ort, der nach und nach in der Öffentlichkeit bekannt wird;
  • die Reichweite des Dialogs vergrößern, denn eine Dauerausstellung und mögliche weitere Angebote können von vielen besucht werden;
  • durch einen religionspädagogischen Ansatz junge Menschen ansprechen und die Kooperation mit Schulen suchen;
  • durch differenzierte Angebote verschiedene Zielgruppen erreichen, Dialogerfahrene und Dialogferne, in ihren Religionen Verwurzelte und Distanzierte;
  • durch seinen Leuchtturmcharakter helfen, Ressourcen zu mobilisieren;
  • auf der bisherigen bewährten Zusammenarbeit der Religionsgemeinschaften in Dortmund aufbauen, denn es ist von Anfang an mit dem „Dialogkreis der Abrahamsreligionen“ verbunden;
  • die vorhandenen Dialogstrukturen zukunftsfähig machen, weil es die Zusammenarbeit festigt und über die jetzigen Akteure hinaus stärkt;
  • antisemitischen und islamophoben Haltungen sowie Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entgegenwirken, denn es zeigt ein friedliches und tolerantes Miteinander der Religionen.

Der Bauplan / die Projektentwicklung:

Das Haus der Religionen soll in mehreren Bauabschnitten gebaut bzw. das Projekt in mehreren Stufen entwickelt werden.

In Bauabschnitt 1 geht es um die Entwicklung und Realisierung einer Dauerausstellung und die Suche nach einem geeigneten Ort. In Bauabschnitt 2 geht es um die Eröffnung der Ausstellung und die Ermöglichung des realen Betriebs. In Bauabschnitt 3 kann das „Haus“ um „Anbauten“ ergänzt werden, zum Beispiel temporäre Ausstellungen, Bildungsveranstaltungen, spirituelle Angebote oder auch eine zentrale Infostelle für den Interreligiösen Dialog.

Derzeit geht es um die Konzeptionierung, das Gespräch mit den internen Gremien und den Kooperationspartner:innen. So hat der „Dialogkreis der Abrahamsreligionen“, in dem die beiden Kirchen, die Jüdische Kultusgemeinde und der Rat der Muslimischen Gemeinden zusammenarbeiten,   im Dez. 2020 seine Unterstützung für das Projekt erklärt und die geplante dauerhafte Verbindung zwischen dem Dialogkreis und dem Haus der Religionen begrüßt.

Das Besondere des Vorhabens, oder: Was ist „neu“ und bisher nicht in den Arbeitsfeldern des Kirchenkreises oder der Gemeinden verankert?

In Dortmund und in der Evangelischen Kirche in Dortmund gibt es eine lange Tradition des Dialogs der Religionen. Auf der bewährten Zusammenarbeit im „Dialogkreis der Abrahamsreligionen“, an dem die beiden Kirchen, die Jüdische Kultusgemeinde und der Rat der Muslimischen Gemeinde mit ihren beauftragten Repräsentant:innen beteiligt sind, kann aufgebaut werden.

Ein Haus der Religionen wäre nicht nur ein neues Projekt, sondern würde eine ganz neue Stufe in der Dortmunder Dialoggeschichte bedeuten. Das interreligiöse Miteinander würde erstmals ver-„ortet“ und damit sichtbar. Als Leuchtturmprojekt könnte es aufgrund der Größe Dortmunds auch auf das Umland ausstrahlen und, so die Hoffnung, Kristallisations- und Mittelpunkt der Dialoglandschaft werden. Die Evangelische Kirche als Motor und Hauptakteur würde ihrerseits ihr Engagement im Interreligiösen Dialog ebenfalls auf eine neue Stufe stellen und das auch für die Kirche als wichtig erkannte Handlungsfeld stärken.

Welcher Nutzen entsteht durch das Projekt für die Evangelische Kirche?

Aus dem Haus der Religionen könnte der Evangelischen Kirche in der Region mehrfacher Nutzen entstehen.

  • Die religionsplurale Gesellschaft und das friedliche Miteinander der Religionen hat sich in der Diskussion um die Leitsätze des Kirchenkreises von 2018 als eine zentrale Zukunftsaufgabe im Ruhrgebiet Das Haus der Religionen mit seiner Wirkung in die Stadtgesellschaft hinein kann ein zukunftsorientierter Baustein sein, dieser Herausforderung gerecht zu werden.
  • „Ein positives Verständnis religiöser Vielfalt zielt letztlich auf eine Stärkung evangelischer Identität, die sich im Dialog und nicht in der Abkapselung entwickelt.“ Im Sinne der EKD-Erklärung „Christlicher Glaube und religiöse Vielfalt“ (2015) ermöglicht ein Haus der Religionen es den Mitgliedern der Kirche, sich intensiver als bisher mit anderen Religionen auseinander- und mit ihren Gläubigen zusammenzusetzen.
  • Weil ein Haus der Religionen ein Friedens- und Toleranzprojekt ist, wird deutlich, dass die Evangelische Kirche markant für diese wichtigen Ziele im Gemeinwesen einsteht. Sie zeigt ihre irenische Gesinnung, mit (religiöser) Vielfalt und auch den unvermeidbaren Konflikten umzugehen.
  • Ein Haus der Religionen in Trägerschaft der Evangelischen Kirche ist Werbung für unsere Kirche. Sie zeigt sich als aktive Kirche, die trotz Rückgängen in Mitgliedschaft und Finanzkraft nicht nur um sich selbst kreist, sondern etwas Neues wagt.

Die notwendigen Ressourcen (finanziell / räumlich / personell) und wo sie herkommen könnten

Dieser Entwurf geht davon aus, dass man das Projekt sukzessive entwickeln muss und nicht in einem Rutsch, um Überforderungen zu vermeiden. Planungszeitraum sind zunächst Bauabschnitt 1, also die Phase der Entwicklung der Ausstellung und der Raumsuche. Sodann Bauabschnitt 2, also der Erstbetrieb nach der Eröffnung, der zunächst auf ein Jahr angesetzt wird. Alles weitere (Bauabschnitt 3) muss im weiteren Verlauf bedacht werden. Es geht um finanzielle Ressourcen, Räume und personelle Möglichkeiten.

Vorerst befinden wir uns aber in der Vorphase der Projektierung, der Diskussion in den Fördergremien und den Absprachen mit den Kooperationspartnern.

Wichtige Gegenüber sind dabei neben der Projektgruppe KIEK das landeskirchliche Programm TEAMGEIST, die Stadt Dortmund und die bundesweite Stiftung WEISST DU WER ICH BIN.

Ideengeber

  • Friedrich Stiller, Referat Gesellschaftliche Verantwortung

Mitwirkende

Katrin Köster, Ev. Bildungswerk Dortmund

Sie möchten sich an der Weiterentwicklung dieser Projektidee beteiligen? Schreiben Sie uns einfach eine kurze E-Mail. Wir freuen uns auf Sie!