Pilgerweg von der Innenstadt zur Evangelischen Kirche St. Peter zu Syburg (kann später erweitert werden nach Norden bis zu St. Johann Baptist in Brechten)

  1. Die Grundidee

Gestaltung eines Pilgerweges von einer der Innenstadtkirchen zu St. Peter zu Syburg:  Kunstwerke zu biblischen/kirchlichen Themen markieren den Verlauf des Weges und laden zum Verweilen ein. Hinweistafeln zu den Kunstwerken bieten spirituelle Impulse.

Z. B.:

  • Kunstwerk mit Jakobsmuschel am Startpunkt
  • Station mit Kunstwerk am oder im Westfalenpark
  • Taufstation je nach Wegverlauf an Emscher (Hörde), Schondelle (Rombergpark) oder am Wannebach
  • Station im Bittermärker Wald
  • Kunstwerk am Endpunkt, St. Peter zu Syburg
  1. Die Ziele
  • Kirche soll im öffentlichen Raum sichtbar werden.
  • Das Pilgern als eine Möglichkeit zur Naherholung soll noch stärker ins Bewusstsein der Menschen in und um Dortmund gerufen werden, denn die Stationen am Weg machen neugierig, die gesamte Etappe oder einzelne Abschnitte selbstständig oder in Gruppen zu laufen (oder per Rad) zu erkunden.
  • Kirchen am Weg sollen durch den Pilgergedanken aufgewertet und bespielt werden (Z.B. durch besondere Gottesdienste, Jahrestage an denen der Weg gemeinsam gegangen wird. Hierbei ließe sich an vorhandene Traditionen anknüpfen, wie das Markus-Pilgern am 24. April.)
  • Ein fester Pilgerweg bietet die Möglichkeit, sich körperlich zu betätigen und trifft damit einen Nerv unserer Zeit gemäß dem Slogan: „Sitzen ist das neue Rauchen“.
  • Angesichts der Klimakrise fördert und sensibilisiert ein Pilgerweg für dringend notwendige Themen wie Entschleunigung, Entkommerzialisierung, Regionalisierung. Er fördert auch das Nachdenken über schöpfungstheologische Neuorientierung: Transformation der Theologie zu einer Theologie der Transformation.
  1. Das Besondere des Vorhabens (was ist „neu“, also noch nicht in den bisherigen Arbeitsfeldern des Kirchenkreises oder der Gemeinden verankert?)
  • Bisher ist ein Verlauf des Jakobsweges in Dortmund ausgeschildert durch Markierungen an Laternen, Straßenschildern etc. Der Pilgerweg kann damit in eins laufen oder davon abzweigen. Er wird mit einem eigenen Emblem beschildert. Hinzu kommen Kunstwerke, die zusätzlich Orientierung bieten und zum Verweilen einladen, Bindungen zum Weg schaffen.
  • Der Pilgerweg trägt dazu bei, dass Ortsgemeinden sich über das Pilgern miteinander vernetzen. Er fördert und verdeutlicht somit eine gemeinsame Identität in unserem Kirchenkreis, die durch den historischen Jakobsweg kirchengeschichtlich vorgezeichnet und verankert ist.

Hier bieten sich Möglichkeiten zur Kooperation an (Ev. Erwachsenenbildung in Westfalen und Lippe; Kirche und Kunst, Pfr. Küstermann).

  1. Die notwendigen Ressourcen (personell/finanziell)
  • Bildung und kontinuierliche Arbeit eines Initiativkreises „Pilgern in der Stadt“ (o.ä.), der alle Aufgaben rund um den Weg erledigt
  • Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern, um den Weg zu schaffen und instand zu halten.
  • Einrichtung und Pflege einer Homepage mit: Wegverlauf, Erläuterungen zu einzelnen Stationen sowie Angaben der Entfernungen zwischen selbigen, Kontaktdaten von Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern.
  • Der Segensweg in und um Ergste ist ein vergleichbares Projekt. Nach Angaben von Pfarrer Gössling hat die Gemeinde in ein Kunstwerk 10.000 Euro investiert, in ein weiteres Kunstwerk mehr als 20.000 €. Aufgrund lokaler Verbundenheit sind bei den restlichen Kunstwerken nur Material- und Nebenkosten angefallen. Derzeit werden viele Wartungsarbeiten an den Kunstwerken ehrenamtlich betrieben. Die Auszeichnung des Weges erfolgt ebenfalls freiwillig. Die Kirchengemeinde hat derzeit ein jährliches Budget von 1.500 € in ihren Haushalt eingestellt. (Detaillierte Infos zum Segensweg in Ergste, s.: www.segensweg.)

PROJEKT IN VORBEREITUNG

Der „Dortmunder Pilgerweg“ (Arbeitstitel) gewinnt Kontur:

Am 15. August 2020 hat sich der Initiativkreis der KIEK-Gruppe „Pilgern“ auf den Weg gemacht und ist von der Marienkirche Richtung Süden gewandert. Nach dieser Tour steht fest: Der heute zu installierende „Dortmunder Pilgerweg“ führt von der Ev. St. Marienkirche über die Alte Dorfkirche Wellinghofen nach St Peter zu Syburg.

Im Folgenden wird die Route mit einzelnen Stationen skizziert:

1. Teilstück von St. Marien zum Kaiserhain (ca. 3 km)

  • Stadtkirche St. Marien, Westenhellweg, Dortmund
    Romanischer Vorgängerbau stammt von 1150 n. Chr., urkundlich erstmals 1267 erwähnt, beherbergt den Marienaltar von Conrad v. Soest von 1420, zeigt Stationen aus Marias Leben.
    Maria als Namengeberin dieser Stadtkirche schafft eine Verbindung zur Moschee am Grimmelsiepen, denn auch im Koran wird Maria namentlich genannt (Sure 9).
  • Friedenssäule auf dem Friedensplatz
    Künstlerin: Susanne Wehland
    Von 1989, Inschrift: „Frieden Paix Peace םוֹלָׁש Schalom Mir 和 平 Wahei la paz“
  • Denkmal für die erste Dortmunder St. Nicolai-Kirche:
    Im Stadtgarten erinnert ein Denkmal an die erste St. Nicolai-Kirche, im Mittelalter, die kleinste von vier Dortmunder Hauptkirchen.
  • Stolpersteine in der Chemnitzer Straße (auf Höhe des Hauses Nr. 8)
    erinnern an Helene u. Norbert Schweitzer, die beide von den Nationalsozialisten deportiert und ermordet wurden.
  • Ev. Paul-Gerhardt-Kirche, Markgrafenstraße 125, 44265 Dortmund
    Eine von 43 sog. „Notkirchen“, die nach dem Krieg serienmäßig erstellt wurden, um Menschen in den ersten Nachkriegsjahren eine neue geistliche Heimat zu bieten. Für den Bauhaus-Architekten Otto Bartning war dies ein Bekenntnis zu dem, was nach deutschem Größenwahn und Naziterror „Not-wendig“ war: „Diese Kirche muss in jeder Hinsicht ehrlich sein, Stein bleibt Stein, Holz bleibt Holz, Eisen bleibt Eisen.“ (O. Bartning 1948)
  • Mahnmal, Ruhrallee 98, Gedenkstätte für 791 jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger aus 55 Gemeinden des Regierungsbezirks Arnsberg, die am 30. April 1942 deportiert und ermordet wurden.
  • Kath. Kirche St. Bonifatius Pastoralverbund „Heiliger Weg“, Bonifatiusstraße 3, 44139 Dortmund
    Der Wanderer kommt an der niedrigen Pforte vorbei, die mit dem eingearbeiteten Kamel an Mk 10, 17 ff. erinnert: „Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme“. Die römisch-katholischen Kirchen am Weg laden ein, den Pilgerweg unter ökumenischem Gesichtspunkt zu gehen.

2. Teilstück vom Kaiserhain nach St. Clara (ca. 3 km)

  • Wasserfontäne am Kaiserhain
    mag mit ihrem Sprühregen an „lebendiges Wasser“ erinnern und an Joh. 4, wo Jesus sagt: „Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten, wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.“
  • Überquerung der renaturierten Emscher:
    auch hier kann das Wasser thematisiert werden, wie später im Wannebachtal (möglich ist auch ein Abstecher zum Phönixsee oder zum Freibad in Wellinghofen)
  • Ev. Lutherkirche, Kanzlerstraße 2-4, 44263 Dortmund
    „1883 war die Grundsteinlegung, am 4. April 1889 konnte die Lutherkirche ihrer gottesdienstlichen Bestimmung übergeben werden. 1954 wurde die Lutherkirche nach den erheblichen Zerstörungen im 2. Weltkrieg und dem Weideraufbau wieder als Gottesdienststätte genutzt.“ (Homepage der Gemeinde)
  • Kath. Kirche St. Clara, Am Stift 12A, 44263 Dortmund
    Nachfolgekirche der ursprünglichen Stiftskirche des Klosters Clarenberg
    1863 Grundsteinlegung, weil seit 1840 durch das Hörder Eisenwerk ein starker Zuzug kath. Arbeiter zu verzeichnen war. Wird wegen ihrer ca. 2 Mio. Ziegel auch „Ziegeldom“ genannt.

3. Teilstück von St. Clara zur Alten Dorfkirche Wellinghofen
(ca. 3 km)

  • Sultan-Ahmed-Moschee (am Grimmelsiepen in Hörde) Friedensweg 1, 44263 Dortmund
    Wurde eröffnet im Juni 2016, Minarett seit März 2020, ermöglicht, den Pilgerweg unter interreligiösem Aspekt zu gehen
  • Alte Dorfkirche zu Wellinghofen, An der Kirche 1, 44265 Dortmund
    Heutige Kirche wurde um 1150 erbaut, Urkirche ist von 850 (karolingisch).
    Tauf- u. Beerdigungsrechte wurden 1189 verliehen.
    Liegt etwa auf halbem Weg zw. St. Marien u. St. Peter, war im Mittelalter Rastplatz mit Bierausschank und Gauklern auf dem Wallfahrtsweg. Bei der Rückkehr nach Dortmund waren die Pilger dort noch „hemmungsloser“, diesmal nach erteiltem Ablass u. Reinigung von Sünden

4. Teilstück von der Alten Dorfkirche zum „Hexen“- Kreuz
(ca. 4 km)

  • Kath. Kirche Hl. Geist (Pastoralverbund Am Phönixsee), Auf den Porten 4, 44265 Dortmund
    1955 Grundsteinlegung
  • Kreuz zum Gedenken an „Hexen“-Verfolgung im Niederhofer Holz bei Overkamp (Am Ellberg 1, 44265 Dortmund)
    Begine Petronella Barthey hat Kreuz errichten lassen, um an eine Frau zu erinnern, die als sog. „Hexe“ ermordet wurde.

5. Teilstück von Overkamp zu St. Peter (ca. 4 km)

  • Wannebachtal
    Der Wannebach ist ein 8,7 km langer orographisch rechter Nebenfluss der Ruhr.
    Er entspring im Westen Syburgs und mündet bei „Haus Ruhr“ in die Ruhr.
  • Ev. Kirche St. Peter zu Syburg, Syburger Kirchstraße 14, 44265 Dortmund
    Die Geschichte dieser Kirche reicht zurück in die Zeit der Merowinger (Grabstein in der Kirche). Im Zuge der Christianisierung eroberte Karl der Große 775 das Areal. (Der Felsvorsprung auf dem Berg am Zusammenfluss von Ruhr und Lenne war schon seit der Bronzezeit besiedelt, die Höhenlage bot Schutz vor Angreifern.) 776 ist Gründungsjahr der Vorgängerkirche.

Karin Kamrowski im Auftrag der KIEK-Arbeitsgruppe ‚Pilgern‘.

Ideengeber

  • Karin Kamrowski
  • F.Thomaschewski

Mitwirkende

Dr. Andreas Burger, Christine Dahms, Matthias Dudde, Jens Giesler, Ralf Greth, Karin Kamrowski, Ingomar Khoury, Br. Martin Lütticke, Bianca Monzel, Christel Schürmann, Prof. Dr. Wolfgang Sonne, Birgit Steinhauer, Frank Thomaschewski

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